Fokus · Sport · Mentale Stärke
Was wir von Spitzensportlern über Fokus lernen können
LeBron James, Cristiano Ronaldo, Bianca Andreescu und Iga Świątek über mentale Vorbereitung – und warum mich das auch jenseits des Sports beschäftigt.
Von Tamara Hibler ·
Ein Fehler ist passiert. Eigentlich ist die Situation längst vorbei. Trotzdem gehst du sie im Kopf noch einmal durch. Und noch einmal.
Ich glaube, viele von uns kennen das. Dafür müssen wir weder auf einem Tennisplatz stehen noch vor Tausenden Menschen spielen.
Im Sport wird nur besonders deutlich, was das kosten kann: Während du noch über den letzten Ball nachdenkst, kommt schon der nächste. Du brauchst deine Aufmerksamkeit jetzt.
Deshalb wollte ich genauer hinschauen, wie bekannte Sportlerinnen und Sportler mit ihrem Kopf arbeiten. Wer meditiert eigentlich? Welche Rolle spielen Atem, Fokus und bewusste Pausen? Ich habe einige interessante Einblicke gefunden.
LeBron James gibt mentaler Vorbereitung Raum

LeBron James hat mit Calm die Reihe Train Your Mind entwickelt. Darin spricht er über mentale Fitness, Emotionen unter Druck und die Bedeutung von Schlaf. Calm stellt die Reihe hier vor.
Mich spricht daran an, dass neben all dem körperlichen Training auch diese Fragen Platz bekommen: Wie gehe ich mit Druck um? Was hilft mir, mich vorzubereiten? Wie sorge ich für mich, wenn viel von mir erwartet wird?
Das sind Fragen, die uns auch im ganz normalen Alltag begegnen.
Ronaldo meditiert nicht jeden Tag

Das fand ich einen schönen, ehrlichen Einblick: Im WHOOP-Podcast erzählt Cristiano Ronaldo, dass er Atemübungen und Meditation besonders dann nutzt, wenn er sich gestresst fühlt – zum Beispiel am Spieltag. Er sagt auch, dass er nicht täglich meditiert. Hier findest du das Gespräch.
Vielleicht nimmt das ein bisschen Druck heraus, falls du denkst, eine Meditationspraxis müsse immer gleich aussehen. Du kannst herausfinden, wann sie dir hilft und wie sie in deinen Tag passt. Eine regelmäßige Praxis gibt dir Gelegenheit, die Übungen kennenzulernen, bevor du sie in einem besonders anspruchsvollen Moment nutzen möchtest.
Bianca Andreescu beginnt bei sich

In einem WTA-Interview von 2019 erzählt Bianca Andreescu, dass ihre Mutter sie früh an Meditation herangeführt hatte. Sie beschreibt etwa 15 Minuten am Morgen, bevor sie zum Handy greift, und ihre Arbeit mit Visualisierung. Im Match hilft ihr nach eigener Aussage, im gegenwärtigen Moment zu bleiben. Das Interview kannst du hier lesen.
Gerade der Morgen gefällt mir als Gedanke. Bevor Nachrichten, Erwartungen und Termine deine Aufmerksamkeit bekommen, gibt es ein paar Minuten, in denen du dich selbst wahrnimmst.
Ob es bei dir fünf Minuten sind oder fünfzehn: Du könntest einmal ausprobieren, wie sich ein Morgen anfühlt, an dem du zuerst bei dir ankommst.
Iga Świątek übt ihren Fokus

Iga Świątek beschreibt in einem Interview von 2026, wie sie Konzentration, Entscheidungen und andere mentale Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt. Sie arbeitet dafür seit Jahren mit ihrem Mental Performance Coach. Wenn sie im Match tief fokussiert ist, tritt die Umgebung für sie zurück. Der nächste Ball wird wichtig. Hier spricht sie über ihr mentales Training.
Bei ihr geht es um ein breiteres Training, das wir nicht einfach mit Meditation gleichsetzen sollten. Ich finde ihren Einblick trotzdem ermutigend: Konzentration ist etwas, womit wir uns beschäftigen und das wir üben können.
Diese vier Beispiele stammen aus öffentlichen Quellen. Die Athletinnen und Athleten stehen in keiner Verbindung zu meinen Angeboten; ihre Erfahrungen sagen nichts über die Wirkung meiner Sessions aus.
Was Meditation für Sportler leisten kann
Die Forschung zu Achtsamkeit im Sport ist interessant, aber nicht überall eindeutig. Eine Meta-Analyse von 2024 berichtet positive Ergebnisse für sportliche Leistung, Flow und wettkampfbezogene Ängste. Die untersuchten Programme waren unterschiedlich und die Zahl der Studien begrenzt. Hier findest du diese Auswertung.
Eine weitere Übersicht in Sports Medicine fand zunächst positive Effekte einiger psychologischer Trainingsformen. Bei strengeren Analysen blieben diese Ergebnisse jedoch nicht stabil. Die Autoren wünschen sich robustere Studien. Hier kannst du die Einordnung nachlesen.
Es gibt also gute Gründe, Achtsamkeit als Ergänzung zum Training auszuprobieren. Daraus wird aber kein Versprechen, schneller zu laufen oder das nächste Match zu gewinnen.
Etwas, das du beim nächsten Training ausprobieren kannst
Nimm dir vorher zwei ruhige Minuten. Spüre deine Füße am Boden und lass deinen Atem so fließen, wie er gerade fließt. Du brauchst ihn nicht anzuhalten oder besonders tief zu atmen.
Bleib einen Moment bei einem einfachen Gefühl: dem Kontakt zum Boden oder dem Ausatmen. Wenn du abschweifst, bemerkst du es und kommst zurück. Das wird wahrscheinlich mehrmals passieren. Du übst genau dieses Zurückkommen.
Frag dich dann: Worauf möchte ich heute achten? Vielleicht auf eine saubere Bewegung. Oder darauf, nach einem Fehler wieder beim nächsten Versuch zu sein. Etwas Kleines, das du selbst beeinflussen kannst.
Wie ich mit Fokus und Klang arbeite
In meinen Sessions leite ich Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung an. Wenn Kristallklangschalen dabei sind, kann der Klang ein Punkt sein, zu dem du mit deinem Zuhören zurückkehrst. Du darfst ausprobieren, wie du das erlebst.
Die Forschung zu Achtsamkeit belegt dabei keine Leistungssteigerung durch Klangschalen oder bestimmte Frequenzen. Für mich ist Klang hier Teil einer bewusst gestalteten Pause.
Wenn du das für dich kennenlernen möchtest, kannst du mit meiner kostenlosen 5-Minuten-Meditation beginnen. Für eine gemeinsame Session mit einem Sportteam findest du auf der Seite Frequenz & Focus für Teams mehr zu meinem Angebot.
Und beim nächsten Mal, wenn dein Kopf noch beim letzten Fehler hängt, erinnerst du dich vielleicht an den nächsten Ball. An das, was jetzt vor dir liegt.
Zur Einordnung
Mit diesem Beitrag verbinde ich keine Heil- oder Leistungsversprechen. Meditation und Klang können deine persönliche Fokus- und Entspannungspraxis ergänzen. Sie ersetzen keine sportmedizinische, sportpsychologische oder therapeutische Betreuung.
Bildnachweise
LeBron James: Erik Drost · CC BY 2.0. Verwendet in der bereitgestellten Fassung; Ausschnitt in der Journalübersicht.
Cristiano Ronaldo: Анна Нэсси / soccer.ru · CC BY-SA 3.0. Verwendet in der bereitgestellten Fassung; Ausschnitt in der Journalübersicht.
Bianca Andreescu: JazzyJoeyD · CC BY-SA 4.0. Verwendet in der bereitgestellten Fassung; Ausschnitt in der Journalübersicht.
Iga Świątek: Hameltion · CC BY-SA 4.0. Verwendet in der bereitgestellten Fassung; Ausschnitt in der Journalübersicht.
Nimm dir fünf Minuten für dich.
Wenn du gerade Lust hast, selbst kurz zur Ruhe zu kommen: Ich begleite dich mit meiner Stimme durch eine kostenlose 5-Minuten-Meditation.
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